Der römische Kultbezirk von Butzbach

Heute liegen das Kohortenkastell Hunneburg, der dazugehörige vicus sowie das benachbarte Kleinkastell Degerfeld weitestgehend unter der dichten Bebauung der Stadt Butzbach. Die nicht überbauten Teile konnten 2005 größtenteils als „Kernzone“ des UNESCO-Welterbes Limes ausgewiesen werden.

Im Sommer 2017 fanden am Rande dieser Kernzone im Bereich zweier öffentlicher Grünflächen am Oberen Lachenweg, die zukünftig für Wohnbebauung genutzt werden sollen, archäologische Voruntersuchungen statt. Während die ca. 100 m südöstlich von Fläche 1 gelegenen Fläche 2 kaum Befunde aufwies, überraschte die 900 m² umfassende Fläche 1 an der Kreuzung Oberer Lachenweg/Seedammweg alle Beteiligten. Zwischen dem 26.06. und 01.11.2017 wurde eine archäologische Untersuchung dieser Fläche durch die Wissenschaftliche Baugrund-Archäologie e.V. vorgenommen.

Neben einem historischen Straßenkörper am Südwestrand der Fläche konnte der Ausschnitt eines großen Gebäudekomplexes freigelegt werden, der sich bereits in seinem Aufbau deutlich von der „normalen“ Streifenhausbebauung eines römischen vicus unterscheidet.

Vielmehr weisen zwei freistehende quadratische, als Vierecktempel angesprochene Gebäude sowie eine Opfergrube auf eine kultische Nutzung des Areals hin.

Während letztere als Zeugnis der regulären Kultausübung angesehen werden können, zeugen die mehr als 70 Bruchstücke von Götterstatuen und Weihealtären vom Ende des Butzbacher Kultbezirkes.

2018-08-23T09:20:30+00:00
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