ICE-Trasse „Archäologie unter den Schienen“

1997 war Baubeginn für die ICE-Trasse von Köln nach Frankfurt mit einer Verzweigungsstrecke nach Wiesbaden. Die WiBA bekam den Auftrag von der Deutschen Bahn, die fünf bekannten Fundstellen nördlich und südlich des Wiesbadener Autobahnkreuzes auf Trassenbreite archäologisch zu untersuchen. Dabei handelte es sich bei Diedenbergen, Stadt Hofheim, um ein urnenfelderzeitliches Gräberfeld und römische Befunde entlang der sog. „Elisabethenstraße“. Umfangmäßig am aufwändigsten zeigte sich die Fundstelle bei Breckenheim, Stadt Wiesbaden, da sich Befunde aus dem Neolithikum, der Bronze-, Hallstatt-, Latène- und römischen Zeit ergaben, schließlich auch solche aus der Völkerwanderungszeit. Ähnlich kompliziert zeigte sich die Befundsituation in der Fundstelle Weilbach, Gem. Flörsheim, wo gleichzeitig zwei Grabungen durchgeführt wurden; eine in einer großen linearbandkeramischen Siedlung. Auf eigene Kosten wurde schließlich eine weitere Fundstelle auf dem Trassen-Abzweig nach Wiesbaden in Erbenheim, Stadt Wiesbaden, untersucht, da dort vor allem eine Siedlung der jungsteinzeitlichen Hinkelsteingruppe aufgrund besonderen wissenschaftlichen Interesses erforscht werden sollte.

Insgesamt konnte durch die archäologischen Ausgrabungen eine Gesamtfläche von etwas über 2,6 Hektar innerhalb von rund zehn Monaten untersucht werden. Während dieser Zeit kamen zehn Prähistorikerinnen und Prähistoriker zum Einsatz, insgesamt 83 Ausgrabungshelfer; zu Spitzenzeiten 45 Ausgrabungshelfer gleichzeitig.

Die Ausgrabungsergebnisse wurden 2005 in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen unter dem Titel „Archäologie unter den Schienen. Archäologische Ausgrabungen auf der Schnellbahntrasse (ICE) Köln-Rhein-Main 1997 als Beiheft 3 der Fundberichte aus Hessen publiziert.

2018-08-20T09:52:31+00:00
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